Model Making (I)

Struktur für offene Projekte

Welche Struktur ist geeignet, die unterschiedlichen dynamischen Rollen und Funktionen in offene Projekten sichtbar zu machen?

Wir wissen, Modelle leben stets von Vereinfachung ohne dabei einen Anspruch auf Vollständigkeit zu erfüllen. Sie helfen aber, die wesentlichen Zusammenhänge zu veranschaulichen.

Da wir nichts passendes für offene kollaborative Ansätze jenseit der Open Source Software Entwicklung gefunden haben, haben wir auf der Basis unserer bisherigen Erfahrung und in Anlehnung an das Onion Modell von Nakakoji et al. daher  das WNSAOMOE entworfen – nicht ohne Augenzwinkern ;-).

The Wichmann-Neumann-Structure of the Atomic-Onion Model for Open Enterprises (WNSAOMOE)

The Wichmann-Neumann-Structure of the Atomic-Onion Model for Open Enterprises

Core
initiator, leader, manager, strategist

Inner circle
domain expert, domain manager

Outer circle
identified contributor

Crowd
anonymous contributor

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Über Umwege (I)

Auf Einladung von Professor Jussi Ängeslevä hielt ich heute einen Gastvortrag über die Open Source Hardware and Design Alliance (OHANDA) am Institut für zeitbasierte Medien an der Universität der Künste (UdK) Berlin. Jussi kenne ich vom Pixelache Festival Helsinki, der Homebase meines  OHANDA Mitstreiters und Designers Tuomo Tammenpää.

OHANDA ist auch einer der sogenannten “Cases” im gerade neu erschienen Buch “Open Design Now – why design cannot remain exclusive” von Peter Troxler und anderen. Open everything ist in – jetzt auch im Design. Und ich bin mitten drin, wie zuletzt mit OHANDA auf der DMY, umgeben von den schönen Dingen dieser Welt.

Als ich nach meinem Vortrag zurück zur U-Bahn gehe, denke ich an die verschiedenen Stationen meines Lebens, die mich hier nach Berlin und heute an die UdK verschlagen haben:

1987 – gleich nach dem Abi – ziehe ich von München zuerst nach Köln und dann nach Sindelfingen um bei Ford und Mercedes meine Vorpraktika für den Studiengang “Industriedesign” an der Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart zu absolvieren. Seit 2 Jahren steht mein Entschluss fest. Trotzt der mehr als 700 Bewerberinnen und Bewerber, die in diesen Jahren um einen der 15 heiß begehrten Studienplätze ringen, möchte ich Designer werden. Und ich will dort studieren, wo die Spuren des Bauhaus noch am stärksten verankert scheinen.

Doch meine Bewerbung schlägt fehl, und so lande ich eher aus Verlegenheit im Oktober 1988 in Berlin (West), wo ich das kommende Jahr verbringen möchte, um es dann noch einmal in Stuttgart zu versuchen. Um nicht Nichts zu tun immatrikuliere ich mich an der Technischen Fachhochschule im Studiengang “Feinwerk- und elektronische Gerätetechnik”, auch weil ich mir denke, dass es ja nichts schaden könne, sich etwas besser mit dem Innenleben moderner elektronischer Geräte aus zu kennen.

Mitte 1989 erhalte ich den Auftrag von einigen Informatik-Studenten, die sich nach ihrem Abschluss in der Computerbranche selbstständig machen wollen, das Corporate Design für ihre zukünftige Firma zu entwickeln. Mein erster (und letzter) Design-Auftrag!

Denn der Zufall wollte es, dass ich dann 1990 im Alter von 23 Jahren, zu den Mitgründern dieser Computerfirma zählen würde, nicht zuletzt auch weil der Freund meiner Mutter Softwareentwickler war und ich deshalb seit meinem dreizehnten Lebensjahr “computerisiert” war.

So landete ich vor über 20 Jahren nicht beim Design, sondern in der IT Branche, und somit genau dort, wo ich seit Anfang der 90er Jahre aus nächster Nähe mitverfolgen konnte, wie die Open Source Bewegung entstand und schließlich immer größer wurde.

Gegen Ende des letzten Jahrtausends wurde ich dann selbst zu einem ihrer zahlreichen Mitstreiter. Fasziniert von der wachsenden Dynamik und ihrer beeindruckenden Ergebnisse interessierte mich bald, ob und wie sich diese Prinzipien auch auf andere Domänen übertragen ließen. 2002 startete ich freifunk.net, ein ehrenamtliches Wireless-Community Projekt, und seit 2006 engagiere ich mich im Bereich Open Source Hardware.

Und über ein paar weitere Umwege bin ich schließlich wieder beim Design gelandet, dort, wo meine Reise irgendwann einmal begonnen hatte … (tbc).

 

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Aller Anfang ist leer …

… das ist bei den ersten Worten, die in ein  leeres Notizbuch tropfen, immer so. Ob elektronisch oder ganz klassisch auf Papier ist dabei egal. Das, was dann so Buchstabe für Buchstabe die Leere füllt, gibt Richtung, Rahmen und Charakter vor – viel mehr als alles, was danach kommt. Und so ist es nun auch hier. Der geneigte Leser mag sich fragen: Freigeist.biz? Was soll das sein?

Die Frage haben wir uns natürlich auch gestellt, und das mehr als einmal. Nach zwei mal 20 Jahren Berufserfahrung in der Projekt-, IT- und Kommunikationsberatung haben wir die Nase voll von den immer gleichen Methoden, welche die immer gleichen Lösungen generieren. Wir haben uns ein Herz gefasst und uns gesagt: Erfahrung ist klasse – und ein sicheres Fundament um neu anzufangen, um frei zu denken. Es geht uns darum, uns frei zu machen von Beschränkungen und Konventionen um wirklich Impulse zu geben, um etwas neues zu bewegen. Vielleicht auch einfach Schnauze voll von den Vorschriften, doch mit dem guten Gefühl, eben diese gut zu kennen und deshalb gezielt verwerfen zu können. „Lerne die Regeln, damit du sie brechen kannst.“ hat wohl der Dalai Lama gesagt. Gelernt haben wir sie, jetzt werden sie gebrochen! Da wir unser Geld mit dem „Alten“ verdienen, kann der Anspruch ans Neue hoch sein. Nichts muss – alles kann.

Wir werden hier von unserer Reise berichten. Von Erfolgen wie Misserfolgen, von Menschen, Projekten und Ideen, die das verkörpern wonach wir trachten. Wir sind gespannt und wünschen uns, wie vielleicht auch der Leser, eine spannende Reise deren Stationen die Leere dieses Notizbuches füllen werden.

Andreas Wichmann & Jürgen Neumann

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